Sonntag, 13. Februar 2011

Hausboottour in Holland




Wer einmal einen etwas anderen aber besonderen Urlaub machen möchte der sollte ein Hausboot mieten. Wir haben uns eine Tour durch Friesland in Holland ausgesucht. Die Anreise dauert nicht so lange und auch die Deutschkenntnisse der Holländer sind hervorragend. Um in Holland auf den Kanälen Boot zu fahren, benötigt man keinen Bootsführerschein. Los ging es in Ijlst. Beim ortsansässigen Bootsverleih angekommen, wurden wir herzlich begrüßt. Bereits nach einer viertel Stunde Einweisung und probeschippern wurden wir auf das Wasser losgelassen und gehörten nicht mehr zum gemeinen Fußvolk.

Wir waren zwei Familien an Bord mit 4 Kindern und alle fanden den Urlaub super, da für jeden etwas dabei war. Direkt nebenan war ein kleiner Supermarkt, in dem alles Nötige eingekauft werden konnte. Mit an Bord hatten wir auch Fahrräder. So konnte man unterwegs auch an Land mal eine Runde drehen und Besorgungen erledigen.. Direkt zur Anlegestelle gehörte eine Windmühle, die als Sägewerk genutzt wurde und unter Denkmalschutz stand, diese wurde natürlich als erstes besichtigt. Dann ging´s los. Für die Route hatten wir uns unter den zahlreichen Vorschlägen des Bootsverleihs einen Rundweg ausgesucht. Der Weg führte von Ijlst über Heeg, Slooten, Lemmer mit einem Ausflug zum Iiselmeer, Vollehove, Wetering, Sneek wieder nach Ijlst Der Kanal war so breit, dass zwei Boote bequem aneinander vorbei fahren konnten. Aber bei dem ersten Gegenverkehr hatte man schon ein etwas mulmiges Gefühl. Schlimmer wurde es an der ersten Brücke, die war noch unten und musste erst vom Brückenwärter hochgezogen werden. Es gab eine Ampel, wenn die auf rot stand muss man halten und erst wenn grün angezeigt wird und der Wärter sein ok gibt darf man fahren. Aber mit jeder Brücke wurden wir sicherer. Und Brücken gab es viele, dafür aber wenig Schleusen. Dann kommt schon gleich die nächste Herausforderung: das Brückengeld. Im Vorbeifahren gibt man 1,20 € in einen Holzschuh, der vom Brückenwärter an einer Angel befestigt zum Boot „ausgeworfen“ wird. Das war „Kinderarbeit“. Einige Euros mussten dran glauben und verzieren nun den Grund des Kanals.

Vorbei ging es an wunderschönen kleinen Häusern und Gärten die bis zum Wasser reichten. Alles ist absolut gepflegt und mit viel Liebe dekoriert, das ließ das Frauenherz höher schlagen. Man wusste gar nicht wo man zuerst hinschauen soll. „Ahh und ohh“ gehörten ab jetzt zum Grundvokabular. Gefahren sind wir 2-3 Stunden am Tag und haben dann Besichtigungen unternommen. Man kann entweder in der Wildnis anlegen, die Kinder haben dann Fußball gespielt oder in Häfen, die teilweise mitten im Ort lagen. Da geht man vom Boot runter, direkt ins Straßencafe. Die Dusch- und WC-Anlagen in den Häfen sind sehr gepflegt und in der Hafengebühr enthalten, man benötigt nur 1.-- Duschgeld. Allerdings das Essen gehen ist in Holland sehr teuer. Nach einwöchiger Tour kamen wir wieder im Heimathafen an und es werden bestimmt weitere Touren folgen. Alternativ kann man auch in Frankreich, Irland und in Deutschland an der Mecklenburgischen Seenplatte Bootsurlaub machen ohne einen Führerschein zu benötigen. Unser Boot hatten wir bei Skipper Club Charter angemietet. Service und die Qualität der Boote super.

Und hier einige Impressionen...















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