Mittwoch, 11. Mai 2011

Kunst in Worten

Nach dem Termin mit der Presse stand dann folgendes in unserer Zeitung:

von Heinz Linduschka für das Main-Echo:
Autodidaktinnen mit viel Phantasie und Kreativität


Syliva Kester und Simone Schmitt präsentieren im Seehotel Bilder und Skulpturen

Sylvia Kester aus Elsenfeld (links) präsentiert ihre Bilder, Simone Schmitt aus Großostheim ihre Skulpturen im Seehotel Niedernberg – und die Kunstwerke harmonieren so gut miteinander wie die beiden Künstlerinnen.
„Kunstecht trifft Steinreich“ lautet der Titel einer Ausstellung, die bis zum Ende des Jahres im Seehotel Niedernberg zu sehen sein wird. Mehr als 100 Besucher waren schon bei der Vernissage am Mitt-wochabend spürbar begeistert, und dass fast zehn Objekte inzwischen einen roten Punkt für „verkauft“ aufweisen, ist der beste Beweis dafür, dass die beiden Künstlerinnen den Geschmack der Menschen getroffen haben.

45 Skulpturen hat Simone Schmitt ins Seehotel gebracht, phantasievolle und ansprechende Objekte aus Holz und aus Stein, manchmal auch aus Metall, meist Collagen aus Materialen, die sich ideal ergänzen. „Land in Sicht“ heißt ein Objekt aus Holz, das Land verkörpert, und einem Alabastervogel in abstra-hierter Form. Aus glänzendem Stahl und transparentem Alabaster besteht das „Pulsierende Herz“, das bereits einen Liebhaber gefunden hat. Simone Schmitt, gelernte Arzthelferin aus Großostheim, hat in den letzten Jahren sehr erfolgreich als Autodidaktin in verschiedenen Berufen ihre Kreativität bewiesen und als Designerin bei großen Firmen schnell den Sprung in verantwortungsvolle Positionen geschafft. Seit einiger Zeit widmet sie sich ganz ihrer Familie und ihrer Kunst. Als Autodidaktin arbeitete sie zu nächst mit Speckstein, bevor seit einiger Zeit Alabaster zu ihrem Lieblingsmaterial geworden ist, das sie mit viel Phantasie verarbeitet. In Kombination mit 200 Jahre alten Eichenbalken sind Collage-/Montageobjekte entstanden, in denen sich das Holz und der lichtdurchlässige Stein attraktiv ergänzen. Dr.Volkmar Schwab war denn bei seiner Vernissagerede voll des Lobes über die Spontaneität und Kreativität der jungen Künstlerin, die Kleckse aus Blattgold auf jedem der Objekte als eine Art Signa-tur anbringt.

Ebenfalls viel Lob gab es bei der Vernissage durch Charles Rüttiger für die zweite Künstlerin, die im Seehotel ausstellt, für Sylvia Kester aus Elsenfeld. In Sachen Malerei ist auch sie, die freie Journalistin, Autodidaktin, seit sie vor 14 Jahren bei den Elsenfelder „Kaffeemalern“ mit dem Malen angefangen hat. Zunächst galt ihre Liebe dem Aquarell, inzwischen hat sie längst zur Acrylmalerei gefunden, die auch im Seehotel zu sehen ist. „Kunst, die echt ist“ nannte Rüttiger als Kennzeichen der Künstlerin, und tatsächlich tragen die rund 40 Bilder die typische Handschrift von Sylvia Kester, ohne dass man sie auf eine Art Masche reduzieren könnte. „Meine Familie gibt mir den Rückhalt, den ich für mein Malen brauche“, sagt die Mutter von drei Kindern, bevor sie uneitel die drei Phasen erläutert, für die ihre Bilder im Seehotel stehen. Da gibt es im Eingangsbereich bewusst farbreduzierte Bilder von All-tagssituationen, die Kunstkenner ein bisschen an die Neue Sachlichkeit erinnern mögen. Allerdings hat Kester einen eigenen Stil gefunden, der die Atmosphäre spiegelt und eine schöne Mischung aus dem Zug zur Abstraktion und der Liebe zum exakten Detail vereint. Genau so überzeugend: die Bilder, die Italien ins Seehotel zaubern, einen großen Platz im südlich-transparenten Licht in „Silenzio“ beispiels-weise. Dass Sylvia Kester ohne verbissenen Ernst malt, kann man an Bildern sehen, die einen Mops zum „Bildhelden“ wählen und mit witzigen Einfällen aufwarten: Was unter dem Damoklesschwert zu verstehen ist, weiß man spätestens dann, wenn man das „Stillleben mit Mops“ betrachtet, ein Bild, in dem der kleine Hund unter einem Stuhl sitzt, auf dem ein dicker Hintern drohend thront.

Es ist kaum zu glauben, dass sich die beiden jungen Frauen nicht kannten, bevor sie sich in Niedernberg trafen. Ihre Kunstwerke scheinen wie füreinander geschaffen – in den Farben, in den Formen und in der Kunstauffassung. Ganz deutlich wird das an der Stelle, wo Kesters Bild „Roma“ neben Schmitts Skulptur „Romeo“ hängt, einer witzigen Montage eines Kopfes im Profil mit einer Art Eisenschraub-zwinge, die den Betrachter zur Interpretation herausfordert. Dass die Preise sehr moderat sind, kann als programmatisch betrachtet werden. „Wir wollen, dass sich jeder Kunstinteressierte unsere Bilder und unsere Skulpturen leisten kann“ – darin sind sich Kester und Schmitt einig.

1 Kommentar:

  1. Das liest sich ja klasse. Ich würd's mir einrahmen und ins Atelier hängen. Ebenso den Bericht über die Vernissage, nebst ausgedruckter Laudatio. ;)

    Immer wieder spannend, bei dir mal in Wort und Bild einen Einblick in eine ganz andere Welt zu erhalten. :)

    AntwortenLöschen