Montag, 17. Dezember 2012

Jahresabschlussmelancholie

Vor mir liegen zwei Kalender. Einer vollbepackt, mit den Aktivitäten des vergangenen Jahres und ich kann euch sagen, in einen 5-Personenhaushalt samt Viehzeugs waren das nicht gerade wenige. Der andere Kalender - noch schön glatt, leer, mit geradezu jungfräulichen Seiten die darauf warten aktiv zu werden.

2012 ist fast geschafft - Kinder wo ist nur die Zeit geblieben. Ich sitze hier und die Melancholie hat Einzug gehalten. Ja, auch ein  Optimist hat mal das Recht auf ein wenig Melancholie.   Das vergangene Jahr hat viel mit uns erlebt Lustiges, Ereignisreiches - aber auch Trauriges.

Wenn du einmal einen jungen Menschen der dir sehr nahe steht auf seinem letzten Weg begleiten darfst bekommt deine Lebenseinstellung noch einmal eine ganz andere Sichtweise. Das Positive das ich daraus gezogen habe ist: Du verlierst ein wenig die Angst vor der eigenen Endlichkeit. Paradox ist jedoch: Du wünschst diesem Menschen dass er einfach nur keine Schmerzen mehr hat. Gleichzeitig weisst du, wenn er keine Schmerzen mehr hat siehst du ihn nie wieder. Und das macht unendlich traurig.

Ich seh mir die noch weißen Seiten des Kalenders für 2013 an und denk nur: was wird nächstes Jahr um diese Zeit alles drin stehen. Ich hoffe, meine positive Lebenseinstellung begleitet mich weiter und meine Familie bleibt gesund. Alles andere ist doch Nebensache - wie man auch an den aktuellen Ereignissen sieht die überall auf der Welt passieren. Zum Abschluss noch ein Gedicht, das mich seit einigen Jahren begleitet.

Wie schnell vergeht ein ganzes Jahr
von Januar bis Januar.
Was nützt es, täglich Zeit zu sparen?
Die verrinnende Zeit hält uns zum Narren.
Vielleicht wäre es besser daran zu denken,
statt Zeit zu sparen, sie zu verschenken.


 

Kommentare:

  1. Melancholie bei dir? Das muss ich erstmal sacken lassen. Mensch. ;)

    Aber ernsthaft: Ich finde es unheimlich, wenn jemand permament gut drauf ist und wenn ich lese, was du geschrieben hast, werde ich auch ein bisschen melancholisch.

    Und Zeit sparen... hm... mache ich gerne, wenn ich sie anderweitig sinnvoll einsetzen kann. Oder sie vielleicht auch mal verschenke. Zeit sparen um des Sparens willen? Och nö.

    Ich hoffe, dass 2013 viel Gutes für dich/euch im Gepäck hat und du am Jahresende denken kannst 'Das war mein Jahr.'

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    1. "Das war mein Jahr" - Dein Wort in Gottes Ohr. Aber bezügl. der Melancholie - Ich bin nicht dauereuphorisch, habe auch meine "Tage". Es kommt zwar echt selten vor aber wenn, trag ich das meistens und am liebsten mit mir selber aus. Und Zeit verschenken... das heißt auch einfach mal mit der Freundin einen Kaffee trinken. Ich finde das ist doch ein schönes Zeitgeschenk :) Wünsche dir und deinen beiden auch ein schönes Fest, lass dich nicht stressen und rutsch gut rüber.

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