Sonntag, 26. Mai 2013

Von der Kunst, Kunst zu verkaufen

Es ist wirklich eine Kunst, Kunst auch zu verkaufen. Und, ich spreche aus Erfahrung. Ich male jetzt seit 1997 und ab und zu verkaufe ich auch mal was . Aber man kann schon zufrieden sein, wenn die Kosten rausspringen oder ein bisschen was übrig bleibt. Wenn man anfängt zu malen, sollte man sich von der Illusion, ganz groß rauszukommen oder irgendwann das Geschäft seines Lebens zu machen, ganz schnell verabschieden. Da müsste man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und dies gelingt in den seltensten Fällen. Bei vielen Bildern die ich schon gesehen habe und die mit einigen tausend Euro ausgezeichnet waren habe ich mir gedacht: also das Bild hättest du in einer Stunde  für weniger hinbekommen. Und manche Abstrakte, die auf den ersten Blick aussehen wie ein Bild aus dem Kindergarten - hinter denen steckt einiges an Arbeit und Gedanken.

Was zählt ist - man muss es als Hobby sehen. Hat man einige Jahre an Erfahrung auf dem Buckel, darfst du dich aber auch nicht unter Preis verkaufen. Wenn ich ein Bild für etwa 800 Euro verkaufe, habe ich vorher sicherlich schon mindestens 10 Stück gemalt bis ich dieses eine verkaufe. Rechnet man hierfür den Zeitaufwand, das Material und sonstiges drum herum (der Besuch von Kursen um sich weiterzubilden zählt auch dazu), sind diese Preise sicher nicht überteuert.

Ich hatte einmal einen Kunden der mir erklärte (was mich wirklich freute): Er könnte in jeder Galerie und zu jedem Preis ein Bild kaufen, aber er geht grundsätzlich auf Kunsthandwerkermärkte um zu kaufen. Er möchte den Künstler kennenlernen und das Bild mit einem Gesicht und einer Geschichte in Verbindung bringen. Das sind für mich wirkliche Kunstliebhaber. Ich bin nach wie vor ab und zu auf KH-Märkten und sehe diese als Kontaktbörse: Man lernt nette Leute kennen, ist im Gespräch, tauscht sich aus und was wichtig ist, man kann Visitenkarten unters Volk bringen. Die meisten Besucher schauen sich einfach nur um, (niemand hat grad mal beim bummeln ein paar Hundert Euro einstecken) haben in dem Moment zwar Interesse, aber wie heißt es so schön "aus den Augen aus dem Sinn". Haben sie jedoch eine Visitenkarte mitgenommen, ist es mir schon des öfteren passiert, dass es erst 1 Jahr später zum Kauf kam. Eine Homepage ist zur Info empfehlenswert, verkauft wird darüber aber in den seltensten Fällen.

Und was noch ganz wichtig ist: wie man sich selbst und seine Bilder präsentiert.Die Ausstellung oder Darstellung darf nicht aussehen wie auf dem Flohmarkt. Auch du sollst deinem Typ treu bleiben aber ein gepflegtes Erscheinungsbild kommt immer besser. Mein Motto: Weniger ist mehr. Eine gepflegte Erscheinung ist wichtig und man sollte sich nicht verstellen sondern natürlich rüber kommen, dem Kunden kein Gespräch anhängen - das ergibt sich von selbst, aber man darf sich auch nicht hinter seinen Werken verstecken. Man muß auf positive Art präsent sein. Außerdem ist es auf KH-Märkten immer gut, nicht nur teure oder große Werke zu präsentieren sondern auch kleine und günstige, die sich jeder einfach mal als Erinnerung oder Mitbringsel kauft.Doch das Allerwichtigste wenn du mit deiner Kunst einmal Geld verdienen willst ist meiner Meinung nach: DU MUSST AKTIV SEIN (außer du möchtest die Kunst wirklich nur für dich machen und nichts verkaufen). Uns Künstlern fällt es oft schwer sich gut zu verkaufen, aber man kann es lernen. Es kommt nun einmal keiner  an deine Haustür, klingelt und sagt "ich komm hier grad zufällig vorbei und wollte nur mal fragen ob Sie vielleicht ein paar Bilder im Keller stehen haben die Sie verkaufen möchten?" Geh auf Ausstellungsmöglichkeiten (Hotels, Firmen usw.) zu. Mein Wunsch ist, einmal mit meinen Bildern so viel Geld zu verdienen, dass ich mir andere Künstler leisten kann.

Ich habe jetzt angefangen wieder Kurse zu geben. Besser gesagte, es sind keine Kurse im herkömmlichen Sinn, sondern ich stelle mein Atelier und das benötigte Zubehör wie Farben, Now how, Pinsel und Kaffee zur Verfügung und in 3 Stunden können Leute ein Bild selbst malen. Es macht echt Spass. 

Kommentare:

  1. Kann man nahezu 1:1 auf die Texterei übertragen.
    Wobei das Verkaufen der Kunst noch schwerer sein dürfte. ;)

    Und deinen Tipp, auf KH-Märkten auch kleinere und somit günstige Werke anzubieten, finde ich klasse. Mir ist auf diesen Märkten schon oft was Tolles ins Auge gefallen, aber so ein riesiges Bild mit dem entsprechenden Preis kauft man nicht mal "so eben"...

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  2. Ich spreche nur aus Erfahrung, aber das mit der Texterei ist interessant.

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