Freitag, 13. Dezember 2013

Verzicht auf Fruchtzucker

Wir sind dabei unser Essen umzustellen - zumindest das unserer Tochter (15). Seit Jahren haben wir eine Odysee von Arzt zu Arzt, Spiegelungen und Akkupunktur hinter uns. Sie hatte ständig starke Bauchschmerzen und ihr war dabei meist übel. Jetzt endlich vor einem viertel Jahr wurde herausgefunden was sie hat: FRUCTOSEINTOLERANZ. Das heißt, sie verträgt keinen Fruchtzucker oder normalen Zucker. Auf der einen Seite ist es natürlich gut dass wir endlich wissen was es ist - auf der anderen Seite heißt es  die Ernährung umstellen und Verzicht üben. Und das ist nicht ohne...

Der Test ist eigentlich relativ einfach: Man darf am Vortag ab nachmittags nichts mehr essen. Am nächsten Tag muss man beim Arzt 100 ml 100 %igen Orangensaft trinken und dann einen Atemtest machen. Das war`s. 

Bei Lactoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)   gibt es Tabletten, die man vor dem Essen einnehmen kann. Bei Fructoseintoleranz gibt es kein Mittel das 100%ig wirkt. Seit September sind zwar Tabletten (Xylosolv  bekommt man auch in der Apotheke) erhältlich, die Fructose umwandeln sollen, sie haben bei meiner Tochter allerdings nicht gewirkt. Zudem sind sie mit 50 Euro für 60 Stück schon recht teuer, wenn man vor dem essen 1-2 nehmen soll. Wir hatten erst mal eine Probepackung mit 10 Stück gekauft.   

Übertragen heißt das,  Obst ist  weitgehend von ihrem Speiseplan gestrichen. Aber nicht nur das. Es geht noch weiter, denn auch der normale Haushaltszucker – also Rohr- oder Rübenzucker (Saccharose) – setzt sich zu einem Teil aus Fructose und einem Teil aus (verträglicher) Glucose (Traubenzucker) zusammen.
Wer also besonders wenig Fruchtzucker verträgt – die Auswirkungen sind  individuell verschieden – verträgt  normalen Zucker meistens nicht. Auch in ganz vielen Gemüsesorten kommt Fruchtzucker vor (rote Paprika ist tabu ebenso wie Zwiebeln und Tomaten).  Ich nehm jetzt immer bevor ich die Zwiebeln etc. zum Essen gebe eine Portion für unsere Tochter weg. In den Salat gebe ich anstatt Zwiebeln Lauch.

Süße Getränke, Süßigkeiten, der Großteil aller Fertigprodukte sind ab jetzt tabu will sie keine Bauchschmerzen in kauf nehmen, selbst in Zahnpasta (einzig Blenda med classic hat keinen Fruchtzucker) und Aufschnittwurst ist Fructose. Auch Honig ist problematisch, da das darin enthaltenen Sorbit im Körper zu Fructose umgewandelt wird. (Logischer Weise sind damit auch andere Lebensmittel mit Sorbit als Süßmittel (also künstlichen Süßungsmitteln) schlecht verträglich.  Kaugummi ade. Kaba gibt es nur noch aus gekochtem Kakao.

Gesüßt wird bei uns jetzt mit der Natursüße STEVIA und TRAUBENZUCKER:

Traubenzucker ist generell gut. Man sollte diesen öfters am Tag zu sich nehmen. Gerade auch vor dem Essen, weil er die Fructose besser durch den Darm leitet. Also am besten Traubenzuckertäfelchen in jede Handtasche tun und das Pulver zuhause in greifbare Nähe stellen. 

Ganz schlimm ist natürlich der Verzicht auf Schokolade. Wir haben aber  welche bei FRUSANO  bestellt und die schmeckt  nicht schlecht. Dort gibt es auch noch viele andere Lebensmittel ohne Fruchtzucker, auch Kaugummi. Was noch zum Süßen  und karamelisieren von Müsli geeignet ist, ist Reissirup. Der schmeckt sehr gut und sieht aus wie Honig. Wir haben uns einen kleinen Ratgeber zugelegt in dem die wichtigsten Lebensmittel gekennzeichnet sind: Richtig einkaufen bei Fructose-Intoleranz von Thilo-Schleip

Es gibt auch eine App, die hab ich aber noch nicht probiert. Ist aber praktisch denke ich, gerade wenn man im Lebensmittelladen steht oder einem Lokal sitzt und will schauen welches Obst oder Gemüse geeignet ist. Auf alle Fälle dauert einkaufen etwas länger, weil man auf jeder Packung nachschaut ob Zucker drin ist. Hier einige Seiten mit Rezepten:  Lecker ohne...  und  Mit ohne kochen 

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